Mission Takin Trail (28.08.2020)

Die nördlich von Mafaraz gelegene Bushlurker Camp Base war das Ziel des Abends. Da die Charlie-Kompanie unseres Bataillons ausrotiert werden sollte, die gelpante Ablösung sich jedoch verspätete, wurde uns die einstweilige Besetzung des Camps übteragen, um die Präsenz der US-Truppen dort aufrechtzuerhalten.

Unter dem Operationsnamen Takin Trail plante die Führung die Verlegung in den Südwesten nach Mafaraz mit Zwischenstopps in den Ortschaften Tunkuf, Kunara und Zhapir. Dort sollten wir Lebensmittel und medizinische Vorräte an die Bevölkerung verteilen. Eigentlich eine simple Aufgabe – doch natürlich kam etwas dazwischen.

Kartenansicht der Ortschaften
Tunkuf

Während das 1. Platoon direkt Richtung Kunara fuhr, machte das 2. Platoon den ersten Halt in Tunkuf. Die Fahrzeuge wurden abgeladen und den Anwohnern die Kisten mit gemischtem Inhalt übergeben; Lammcurry, Rindereintopf und irgendetwas Geflügeltes war dabei. Auch Wundverbände lagen zwischen den Chicken Wings.
Bis auf vereinzelte Schüsse, die von weit weg aus den Bergen kamen, als das Platoon bereits beim Abrücken war, gab es beim ersten Zwischenstopp der Tour keine spannenden Ereignisse.

Kunara

In Kunara sollte es jedoch ganz anders kommen. 1-4 blieb bei den Fahrzeugen und kümmerte sich um diese. 1-1 übernahm die Sicherung des westlichen Teils der Siedlung. Für die Auslieferung der Verpflegung war 1-2 zuständig, das von 1-3 abgesichert wurde. Die Ausgabe der Versorgungsgüter fand im Osten von Kunara statt.

Dann war Grillparty angesagt. Aber leider wurden nicht die Chicken Wings gegrillt, sondern die Jungs von 1-2. Ein Selbstmordattentäter schlich sich in die Menge der Dorfbewohner, die gerade Lebensmittel ausfassten, und jagte seine Bombe hoch. Der Anschlag forderte viele zivile Todesopfer. Es gab schwere Verwundete in unseren Reihen.

Das war aber erst der Anfang: Nachdem die Explosion die Rundumsicherung der Squads durcheinander brachte, griffen vereinzelte Aufständische zu den Waffen und eröffneten das Feuer. Ein heftiger Feuerkampf brach in Kunara aus.

Die Folgen des Anschlags
Sneider während des Umfallens: "Uhhhhh ups!"

Das 2. Platoon übersprang währenddessen Kunara und bezog etwa drei Kilometer weiter westlich Stellung in einem Flussbett, als es anfing, Blei zu regnen. Unter Mörserbeschuss versuchten sie sich zum 1. Platoon zurückfallen zu lassen. Das Führungsfahrzeug des Konvois wurde jedoch von einem tapferen “Sneider‘lein” zu schnell in eine Kurve gelenkt – es kippte um.
“Konvoi durchbrechen”, hieß es von der Führung, während das gesamte Platoon unter Beschuss stand. Das umgekippte Fahrzeug blieb mitsamt der Mannschaft zurück. Die Jungs mussten sich zu Fuß durchkämpfen.

Beide Platoons trugen nun voneinander abgeschnitten an zwei unterschiedlichen Schauplätzen Feuergefechte mit den Aufständischen aus.
Doch dann die Erlösung: Ein helles Licht am Himmel – war es Gott, der uns zu sich holte? Nein! Es war unser AH-64 Apache, dessen Geschütze aus vollen Rohren schossen.
Unsere Gegner traten daraufhin den Rückzug an – zumindest vorerst.

Der Apache rettete uns den Hintern

Während sich das 2. Platoon, angeschlagen von den kürzlichen Kämpfen, um die Verwundeten kümmerte und versuchte, sich zu ordnen, war das 1. Platoon fast in Zhapir, dem letzten Zwischenstopp der Route, angekommen. Da das 2. Platoon nun ein Fahrzeug zu wenig hatte, bekamen wir Hilfe von den im Land anwesenden UN-Kräften, welche uns einen ihrer BTRs (Schützenpanzer) zur Verfügung stellten.

Der uns gerade anvertraute BTR steht in Flammen

Aber: Nur wenige Minuten später machte es boom! Und dreimal dürft ihr raten, was da explodiert ist. Natürlich war es der BTR und das 2. Platoon wurde schon wieder zerschossen.
Das Flussbett westlich von Kunara wurde von den Aufständischen vermint, und der SPZ fuhr direkt in eine hinein. Kurze Zeit später traf bereits das 1. Platoon ein und half den Versprengten aus dem 2ten. 

Nach einer Weile gelang es uns schließlich, die letzten Gegner zu eliminieren – darunter auch die Mörserstellung, die es bereits vorhin auf uns abgesehen hatte – und das umliegende Gebiet zu sichern. Auf ging’s zur letzten Station.

Zhapir und Bushlurker Camp Base

Endlich in Zhapir angekommen, durchsuchte das 1. Platoon die Ortschaft mit kleinen Patrouillen, während das 2. Platoon die übrigen Lebensmittel und Medikamente an die Bevölkerung verteilte. Das 1. Platoon hatte ja keine mehr; die Chicken Wings, die jetzt vielmehr Chicken Fetzen waren, lagen noch in Kunara verteilt.

Als alles erledigt war, machten wir uns auf den Weg zu unserem ursprünglichen Ziel: die Bushlurker Camp Base.

Was anfangs als langweilige Autofahrt geplant war, verwandelte sich in viele, langanhaltende Feuergefechte. Der Widerstand war stärker als erwartet. Im Großen und Ganzen konnten wir unsere Aufgabe jedoch erledigen.

 

Wir freuen uns bereits auf den nächsten Einsatz.

Bis dahin, hooah!

Debriefing im Camp